Brexit: Aktuelle Entwicklungen

Brexit - wie geht man mit Entsendungen um?
Es ist weiterhin offen, wann und unter welchen Rahmenbedingungen das Vereinigte Königreich die Europäische Union (EU) verlässt. Aktuell wurde nach Einigung zwischen dem Europäischen Rat und dem Vereinigten Königreich die Austrittsfrist bis längstens zum 31. Januar 2020 verlängert. Möglich ist aber auch ein Austritt vor Ablauf dieser Frist, wenn beide Seiten das Austrittsabkommen ratifizieren.

Eine Darstellung der verschiedenen Szenarien und die Auswirkungen auf Arbeitgeber und Erwerbstätige finden Sie bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA).

Was gilt bei Entsendungen?

Bei einer Entsendung in das Vereinigte Königreich brauchen Arbeitnehmer aktuell noch die A1-Entsendebescheinigung. Damit weisen sie, genau wie bei Beschäftigung in anderen EU-Staaten, die Zugehörigkeit zum deutschen Sozialversicherungssystem nach – und zwar grundsätzlich für die Dauer von bis zu 24 Monaten. Aktuell ist es aufgrund der unsicheren Rechtslage so, dass die entsprechenden Bescheinigungen jedoch nur bis zum 31. Januar 2020 ausgestellt werden können. Für die Zeit danach kommt es darauf an, ob und wie der Brexit letztlich umgesetzt wird.

Wird der  Austrittsvertrag durch das Vereinigte Königreich doch noch wie verhandelt gebilligt, ändert sich zunächst nicht viel: Bis 31. Dezember 2020 würden danach die bisherigen sozialversicherungsrechtlichen Vereinbarungen weiter gelten. Bei Entsendungen hieße dies: Prinzipiell weiter wie bisher.

Kommt es allerdings zum ungeregelten Brexit, also zum Austritt ohne Vertrag, wäre das Vereinigte Königreich ab diesem Zeitpunkt ein sogenannter Drittstaat. Maßgebliches zwischenstaatliches Recht für den Bereich der Sozialversicherung wäre dann möglicherweise wieder das Sozialversicherungsabkommen von 1960. Auch darin sind Entsendungen geregelt. Ein Arbeitnehmer bleibt hiernach für die Dauer von bis zu zwölf Monaten weiterhin nach deutschem Recht sozialversichert. Entsprechendes gilt im umgekehrten Fall.
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