Erwerbsminderungsrente: Anpassung der Hinzuverdienstgrenzen
Bei den Hinzuverdienstgrenzen für Erwerbsminderungsrentner ist es zu einer deutlichen Verbesserung gekommen. Bei einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung sind seit 2023 als jährliche Hinzuverdienstgrenze mindestens sechs Achtel der 14-fachen monatlichen Bezugsgröße anzusetzen, in 2027 somit 43.365,00 € (2026: 41.527,50 €).
Die Hinzuverdienstgrenze bei einer vollen Erwerbsminderungsrente liegt bei drei Achtel der 14-fachen monatlichen Bezugsgröße, in 2027 somit bei 21.682,50 € (2026: 20.763,75 €).
Für Erwerbsminderungsrentner gilt jedoch weiterhin, dass eine Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit nur im Rahmen des festgestellten Leistungsvermögens ausgeübt werden darf, das Grundlage für die Erwerbsminderungsrente ist. Anderenfalls kann der Anspruch auf die Rente trotz Einhaltung der Hinzuverdienstgrenzen entfallen.
Nach der gesetzlichen Definition ist nicht erwerbsgemindert, wer unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens 6 Stunden täglich erwerbstätig sein kann – unabhängig von der jeweiligen Arbeitsmarktlage. Liegt man mit seiner Leistungsfähigkeit darunter, gilt (vereinfacht) Folgendes:
- Teilweise Erwerbsminderung: < 6 Stunden täglich arbeitsfähig
- Volle Erwerbsminderung: < 3 Stunden täglich arbeitsfähig
Rentenbezieher müssen die Rentenversicherung über die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit und die Höhe des Hinzuverdienstes informieren. Das gilt auch für diesbezügliche Änderungen. Als Hinzuverdienst gelten der Bruttoverdienst aus einer Beschäftigung, der steuerliche Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit, vergleichbares Einkommen sowie bestimmte Sozialleistungen.
Anders sieht es übrigens bei Altersrenten aus. Möchte jemand neben seiner (ggf. vorgezogenen) Altersrente noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen, so hat das daraus erzielte Einkommen keine Rentenkürzungen zur Folge, auch wenn die sogenannte Regelaltersgrenze noch nicht erreicht ist.
Arbeitserprobung
Erwerbsminderungsrentner, die eine Erwerbstätigkeit aufnehmen oder ausweiten wollen, sollten ihren Rentenversicherungsträger vorab über den zeitlichen Umfang der Arbeit, die Art der Tätigkeit und den voraussichtlichen Verdienst informieren.
Denn der durch die Erwerbstätigkeit erworbene Verdienst wird unter Umständen auf die Erwerbminderungsrente angerechnet. Damit die Rente nicht gekürzt wird, müssen Erwerbsgeminderte die aktuellen Hinzuverdienstgrenzen beachten.
Eine individuell höhere Grenze kann sich beim Bezug einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung ergeben und ist abhängig vom höchsten Arbeitseinkommen in den letzten 15 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung.
Grundsätzlich besteht für Beziehende einer Erwerbsminderungsrente die Möglichkeit einer Arbeitserprobung. Sie können dadurch testen, ob die Wiederaufnahme oder Ausweitung einer Erwerbstätigkeit möglich ist, ohne dadurch ihren Rentenanspruch zu gefährden. Hierdurch verbessern sich die Chancen Betroffener auf eine erfolgreiche Rückkehr in den Arbeitsmarkt.
Der Erprobungszeitraum beträgt regelmäßig sechs Monate, kann im Einzelfall aber auch verkürzt oder sogar verlängert werden. Während dieser Zeit bleibt der Rentenanspruch bestehen. War der Eingliederungsversuch erfolgreich und die Erwerbstätigkeit wird dauerhaft ausgeübt, prüft die Rentenversicherung, ob die Rente für die Zukunft weiter zu zahlen ist. Eine Rückforderung für die Vergangenheit erfolgt nicht.