23.05.2022

Unfallversicherungsschutz von Fahrgemeinschaften

Fahrgemeinschaften schonen Umwelt und Geldbeutel. Aber wie ist es eigentlich um den Unfallversicherungsschutz bestellt? Die Antwort beruhigt: Alle Teilnehmer einer Fahrgemeinschaft stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. 

Für den Versicherungsschutz spielt es keine Rolle, ob die Mitfahrenden im selben Betrieb oder Unternehmen arbeiten oder nicht, oder ob man mit dem eigenen oder einem fremden Fahrzeug fährt. Auch wenn es sich bei dem Mitfahrer um den Ehegatten oder das eigene Kind handelt, schließt das den Versicherungsschutz nicht aus. Es besteht auch keine Verpflichtung, regelmäßig an den Fahrten beteiligt zu sein oder ständig den selben Weg zu wählen. Auch ein Fahrtkostenanteil oder die Beteiligung an den Benzinkosten sind keine Voraussetzung für den Versicherungsschutz.

Außer acht bleiben kann auch, dass der Fahrer einen Um- oder Abweg zum Ort der Tätigkeit machen muss, weil der Beifahrer woanders wohnt. Das Abweichen umfasst die Unterbrechung des unmittelbaren Weges, einen Umweg sowie das Fahren in die Gegenrichtung zum Ort der Tätigkeit. Gleiches gilt, wenn ein Versicherter einen anderen Berufstätigen morgens mitnimmt, nachmittags aber nicht mit zurück - oder umgekehrt: Um- und Abweg, um den Mitfahrer abzuholen, sind versichert.

Auch die Länge des erforderlichen Um- und Abweges spielt keine Rolle. Das Abweichen von dem Weg muss aber in jedem Fall dazu dienen, einen anderen Versicherten oder einen anderen Beschäftigten abzuholen, um ihn zum Ort der Tätigkeit oder wenigstens auf einer Teilstrecke dorthin mitzunehmen.

Aber: Unterbricht eine Fahrgemeinschaft die Fahrt um mehr als zwei Stunden, besteht für den Rest des Weges kein Versicherungsschutz mehr. Allerdings ist die Wartezeit, in der der eine Teilnehmer auf den anderen wartet, um nach dessen Arbeitsende den Weg mit ihm und ohne Verzögerung fortzusetzen, keine Unterbrechung.

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