06.05.2019

Angabe des dritten Geschlechts in den Meldeverfahren

Schon seit 2013 ist es möglich, dass Personen im Geburtenregister ohne Angabe des Geschlechts geführt werden können. Im letzten Jahr wurde mit dem "Gesetz zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben" das Personenstandsgesetz (PStG) angepasst und damit die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 10. Oktober 2017 fristgerecht zum 31. Dezember 2018 umgesetzt.

Menschen, die wegen einer Variante ihrer Geschlechtsentwicklung weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht eindeutig zugeordnet werden können (Intersexuelle), haben nun die Möglichkeit, im Geburtenregister neben den Angaben "männlich", "weiblich" sowie dem Offenlassen des Geschlechtseintrages die vom BVerfG geforderte weitere positive Bezeichnung zu wählen; diese lautet "divers".

Diese Änderung soll bis zum 1. Januar 2020 auch in allen Meldeverfahren der Sozialversicherung umgesetzt werden. Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung haben zu Fragen des gemeinsamen Meldeverfahrens am 28. Februar 2019 beschlossen, dass ab diesem Zeitpunkt die Angabe eines dritten bzw. unbestimmten Geschlechts möglich sein wird. Das unbestimmte Geschlecht wird mit "X = unbestimmt" gekennzeichnet, das dritte Geschlecht mit "D = divers".

Im elektronischen A1-Antrag kann bereits das unbestimmte Geschlecht angegeben werden. Die Angabe des dritten Geschlechts soll ab dem 1. Juli 2019 möglich sein. Auch bei der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann jetzt schon zwischen weiblich, männlich, unbestimmt und divers gewählt werden.